Februar 26, 2019

Willkommen in Down Under - Erster Stop Gold Coast - Teil 3

Wie ich das surfen probierte, eine kleine Wanderung durchzog und Einheimische traf.

Willkommen in Down Under - Erster Stop Gold Coast - Teil 3

Und schon war der nächste Morgen angebrochen. Erstmal Realitycheck. Kurz aus dem Fenster geschaut. Australien. Immer noch. Kein Traum, sehr gut. Nach 12 Stunden Schlaf fühlte ich mich wieder wie ein Mensch und erstaunlicherweise war ich auch nicht wirklich müde. Jetlag, Fehlanzeige - und auch später würde sich keiner mehr einschleichen. Ich vermute, dass lag an dem wenigen Schlaf der Tage zu vor. Also ist wahrscheinlich das Beste, was man vor seiner Reise machen kann, drei Tage zu feiern. Oder auch nicht, sagte die Leber.
Also bin ich aufgestanden und habe mich mit den zwei Mädchen unterhalten, da der Australier bereits weg war um seinem langweiligen Job, welchen ich ihm gerne sofort geklaut hätte, nachzugehen.

Die erste Frage war, was ich denn heute vorhätte und die Antwort war wie meistens: "Weiß ich leider nicht. Ich habe oft keinen Plan, denn wenn du keinen Plan hast funktioniert, dein Plan immer."
Verdutzte Blicke, kurzes Schweigen und dann drehte ich die Frage in Richtung der beiden Damen. Wie es der Sachverhalt so wollte – und ganz ehrlich, was soll man auch anderes machen an so einem geilen Strand, war die Antwort Surfen. Bei so einer Antwort zögert man nicht lang, lädt sich selbst ein und keine Stunde später chillten wir am Strand und ich versuchte das erste Mal zu surfen. Es wird an diesem Tag und ich vermute auch viele weitere Tage, die ich das probieren werde, auch beim Versuchen bleiben. Es ist nicht einfach. Also gar nicht einfach. Man fällt und fällt wieder und es ist verdammt anstrengend. Aber nur Übung macht den Meister.

Bevor ich ankam, schien es keine Gruppendynamik zu geben, was ich natürlich ändern musste. Ich beschloss die Nasen mit einem Mittagessen zu beglücken und ging erst einmal einkaufen und kochte dann für alle ein leckeres Zucchini-Aubergine-Lauch-Tomaten-Curry oder wie auch immer man das nennen mag. Ich denke, ab diesem Zeitpunkt haben wir uns alle wie in einer Wohngemeinschaft gefühlt und nicht mehr wie wild zusammengewürfelte Fremde. Ich glaube, in Zukunft möchte ich auch nicht mehr alleine, sondern in einer Wohngemeinschaft wohnen. Früher hat das für mich niemals funktioniert. Immer wenn ich mit jemanden zusammengewohnt habe, war es komisch für mich, was aber nur an mir selbst lag und niemand anderem. Aber in dieser Hinsicht habe ich mich wahrscheinlich auch geändert.

Nach dem Essen begann ich mich sofort ans Schreiben zu machen und den Blog zusammen mit meinem Cousin geradezuziehen und Sachen einzurichten. Wenn ich mit etwas anfange, muss es auch wirklich gut werden. So ist das. Ob das gut oder schlecht ist, kommt immer auf die jeweilige Situation an.

Ich "arbeitete" dann mehr als zehn Stunden daran und fragte mich am Ende des Tages, ob es das wert ist. Auch das ist Arbeit, auch wenn es eine andere ist als in Deutschland und es viele Menschen wahrscheinlich nicht als Arbeit bezeichnen würden. Aber man gibt seine Lebenszeit und wandelt diese in einen Mehrwert für sich und andere um. Ich glaube, ich brauche eine Aufgabe, denn ansonsten kann ich nicht glücklich werden. Ich liebe es einfach, ein wenig an Dingen herum zu optimieren und vor allem zu schreiben. Momentan sind das mindestens vier Stunden am Tag, die ich mich damit beschäftige. Es ist einfach super und bringt mich weiter.
Was denkst du über das Arbeiten? Kann für dich etwas Arbeit sein, was Spaß macht und auch kein Geld bringt?

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück beschloss ich mich auf eine kleine Entdeckungstour durch die Stadt zu begeben. Kurz vor Mittag schaffte ich es dann auch, nachdem ich noch etwas geschrieben hatte, meine Tour zu starten. Ich hatte aus den einbrennenden Erfahrungen der letzten Tage gelernt, wie oft und wie viel Sonnencreme man benutzen sollte, um nicht wie ein Brathähnchen zu enden. Das ermöglichte es mir auch wieder länger als ein paar Stunden in offener Sonne zu verbringen und war ein durchaus gutes Gefühl.
Nach ein paar Minuten hatte ich den Eindruck, mich auch mal wieder außerhalb der Reichweite von Hochhäusern befinden zu wollen, weswegen ich einen Weg raus aus der Stadt ansteuerte. Es ging vorbei an noch mehr Hochhäusern und einer Baustelle am Wasser. Gold Coast baut eine Mauer. Denn im Gegensatz zu Trump glauben die Australier an die Klimaerwärmung und bauen einen Sandwall, um die Häuser vor der kommenden Meeresspiegelerhöhung zu schützen. Das macht wahrscheinlich auch mehr Sinn als eine Mauer an den Grenzen zu bauen.

Es kommen einem immer wieder Leute entgegen, die einen anlächeln. Prinzipiell lächeln hier einfach alle irgendwie die ganze Zeit. Man wird auch jedes Mal gefragt, wie es einem geht, was mir als deutschem Urgestein schon irgendwie spanisch oder in diesem Fall australisch, vorkam. Wollen die darauf wirklich eine Antwort? Interessiert die Leute, wie es mir geht? Oder sind das nur rhetorische Fragen?
Man fragt sich, wieso Menschen so etwas tun. Liegt es daran, dass es hier ein Urlaubsparadies ist und die restlichen Leute, die sich hier aufhalten in irgendwelchen lustigen Berufen, wie zum Beispiel als Surflehrer, Bademeister oder Känguruwart arbeiten? Oder sind die Leute wegen der vielen Sonne hier einfach glücklicher? Sind wir in Deutschland einfach egoistisch, gönnen niemandem etwas und lachen deswegen nicht?
All diese Fragen spielen absolut keine Rolle. Es ist hier einfach gerade so. Ich sollte die Zeit genießen und stelle mir solche sinnlosen Fragen, welche das Wesentliche verkomplizieren: Es ist gut hier!

Langsam verwandeln sich die Hochhäuser in einen kleinen Wald. Man hört die Wellen, des hinter den Dünen liegenden Meeres. Endlich mal wieder richtige Natur. Es war schön dort entlang zu laufen und mal kurz keine Menschen zu sehen. Ich hatte kein Wasser mitgenommen, da ich mit so etwas nicht gerechnet habe.
Ich machte mir schon ein wenig Sorgen, als aus dem Nichts eine Art industrieller Steg auftauchte, auf dem natürlich ein Kiosk thronte. Also nichts wie hin um völlig überteuertes Wasser zu kaufen. Oben angekommen sah ich außerdem, dass man den Steg für einen kleinen Obolus betreten darf. Na das lässt man sich als Freizeittourist doch nicht entgehen, oder? Also direkt nach vorn, um die Aussicht zu genießen. Die Bilder sind perfekt geworden. Aber das war wieder einer dieser Orte, der auf Bildern besser aussieht als es sich in echt anfühlt. Es war so windig, dass man kaum stehen konnte. Allerdings musste ich trotzdem die ganze Zeit lachen, denn ich habe noch niemals so ein blaues Meer gesehen wie hier.

Langsam verwandeln sich die Hochhäuser in einen kleinen Wald. Man hört die Wellen, des hinter den Dünen liegenden Meeres. Endlich mal wieder richtige Natur. Es war schön dort entlang zu laufen und mal kurz keine Menschen zu sehen. Ich hatte kein Wasser mitgenommen, da ich mit so etwas nicht gerechnet habe.
Ich machte mir schon ein wenig Sorgen, als aus dem Nichts eine Art industrieller Steg auftauchte, auf dem natürlich ein Kiosk thronte. Also nichts wie hin um völlig überteuertes Wasser zu kaufen. Oben angekommen sah ich außerdem, dass man den Steg für einen kleinen Obolus betreten darf. Na das lässt man sich als Freizeittourist doch nicht entgehen, oder? Also direkt nach vorn, um die Aussicht zu genießen. Die Bilder sind perfekt geworden. Aber das war wieder einer dieser Orte, der auf Bildern besser aussieht als es sich in echt anfühlt. Es war so windig, dass man kaum stehen konnte. Allerdings musste ich trotzdem die ganze Zeit lachen, denn ich habe noch niemals so ein blaues Meer gesehen wie hier.
Ich war froh, nicht weggeweht worden zu sein, also nichts wie zurück zum Startpunkt, an den kleinen Kiosk. Ich war neugierig, was diese Konstruktion eigentlich sein sollte und ob diese einen Zweck erfüllt. Deswegen blieb ich beim Kioskbetreiber, sein Name war Toni und er kam ursprünglich aus Italien, stehen und fing einen kleinen Plausch an. Die Brücke ist dazu da, Sand aus der Hafeneinfahrt zurück ins Meer zu pumpen, da der Ozean immer mehr Sand hier anspült und der Hafen sonst nicht mehr befahrbar wäre. Wieder was gelernt.
Er erzählte mir außerdem, dass zwei Deutsche, welche hier wohnen, immer wieder zum Angeln vorbei kommen. Für 3€ durfte man nämlich dort vorn auch angeln. Des Weiteren ging es um die gute Arbeit, die Deutsche immer leisten. Wir sind in der Welt wirklich sehr hoch angesehen. Der deutsche Pass hat einen extrem hohen Wert. Allerdings kann man sich nicht aussuchen, ob man diesen oder irgendeinen anderen Pass besitzt. Deswegen finde ich es einfach unfair, dass dort solche Unterscheidungen gemacht werden. Was habe ich dafür getan, dass ich einfach ein Visum hier oder für die meisten anderen Länder der Welt bekomme und andere nicht? Nichts!
Doch danach begann das Gespräch in eine Richtung abzuschweifen, die ich nicht vermutet hatte. Toni begann über die vielen Asiaten in Australien zu schimpfen. Er meinte, dass diese zuerst Geld in das System pumpen würden und am Anfang freundlich wären, um sich dann alles unter den Nagel zu reißen und die Welt an den Abgrund bringen würden. Gut. Es gibt also nicht nur in Deutschland ein Problem mit haltlosen Vorurteilen gegenüber Andersaussehenden. Warum ist das so? Ich nehme an, dass hier, wie auch in Deutschland, das Sozialsystem die letzten Jahre immer weiter abgebaut wurde und es deswegen den Leuten immer schlechter geht und sie deswegen einen Schuldigen suchen. Und das Offensichtlichste, was sich wahrscheinlich geändert hat, wenn auch nur in geringem Maße, war, dass plötzlich andersaussehende Menschen hier wohnten. Der Schuldige war somit gefunden. Einfache Geschichte. Da ich mir das nicht mehr länger anhören wollte, startete ich um wieder zurück durch die wunderschönen Wälder zu schlendern und danach durch die hochhausfreien Vororte der Gold Coast zu laufen, bis ich schließlich wieder in der Unterkunft ankam.

Hast du Anregungen, Meinungen oder Kritik? Lass es mich unbedingt wissen.

Vielen Dank fürs Lesen.

Sonnige Grüße aus Australien,

Paule.