Via Francigena mit der Hängematte - Tag 15 - Fidenza bis Pianezza

Fidenza. Fidenza. Fidenza.
Was für ein Name.

In dieser kleinen 30.000 Einwohner Stadt verbrachte ich zwei Tage. Hauptsächlich um meine Batterien wieder aufzuladen, allerdings merke ich immer, dass ich nach so einem Tag Pause kaputter bin, als wenn ich einfach weiter laufe. Das könnte eventuell darauf hindeuten, dass ich mehr Pausen machen sollte oder aber auch einfach keine Pausen mehr einzulegen.

Aber was passiert an so einen Tag?
Naja ich habe Serien geschaut, geschlafen, geduscht, meine Wäsche per Hand gewaschen weil der Waschsalon sich nicht gelohnt hätte (Kostet 10€, und das für meine 3 Paar Sachen) und gegessen. Viel gegessen.

Abends habe ich dann in einer Bar sogar eine Gitarre gefunden und konnte mal wieder ein wenig Klampfen. Das war toll. Vielleicht vermisse ich meine Gitarre ja ein ganz klein wenig.

Aber schneller als ich "Via Francigena" sagen konnte war der Tag auch wieder vorbei und ich stand wieder auf meinem dicken Schuhen mit Stöcken in der Hand und wanderte Richtung Rom.

Heute war Sonntag und das merkte man auch. Wieso?
Super viele Leute wollten einen Plausch mit mir halten. Das war echt schön. Sie wollen wissen wo man als nächstes schläft, einem den Weg zeigen, ihr Englisch üben oder einfach bisschen quatschen.
Die meisten sprachen nur italienisch und ich leider gar nicht. Aber das reicht trotzdem um eine drei minütige Unterhaltung zu führen. Lustig oder?

Kurz hinter dem Ende der Stadtmauern, konnte man sie dann endlich sehen.
Die Berge.
Denn heute ging es vom Flachland in die Apenninen. Das Gebirge, welches durch die Mitte Italiens verläuft. Die nächsten Tage wird es hoch hinaus, bis auf 1000 Meter, gehen. Mit wahrscheinlich nicht so gutem Wetter. Aber das ist ja jetzt noch nicht so schlimm. Der Anblick der Berge machte mich bereits glücklich. Kein Flachland mehr. Hach.

Es ging erst einmal auf einen hohen Berg, wo man die ganze Gegend überschauen konnte, dann durch kleine Dörfer und wieder in die Wildnis. Es tat gut mal etwas anderes außer Reisfelder zu sehen.

Abends musste ich mir, wie immer, einen Platz suchen, um meine Hängematte aufzuhängen.
Ein kleiner Wald sah von weiten sehr gut aus. Hineingestürmt, doch dann den Enthusiasmus schnell verflogen. Überall Dornenbüsche und Efeu. Aber ich wollte nicht aufgeben, wollte einen Platz finden. Drum ging es immer tiefer ins Gestrüpp, Dornen verfingen sich überall.
Aber auch hier war nichts zu machen. Es wurde dunkler. Eine letzte Hoffnung, draußen am Waldrand warme doch Bäume. Schnell hin, aber wieder nichts. Ich wurde sauer. Also nochmal rein ins Gestrüpp. Aber nein immer noch nichts.
Nach 30 Minuten gab ich auf. Es war dunkel. Ein Jeep näherte sich. Hatte er mich gesehen als ich auf der Wiese stand? Was ist mit den Leuten los? Nichts wie weg.

Also im Dunkeln weiter, die Füße schwer. Bis in den nächsten Wald. Und zum Glück. Da war die Lichtung die ich suchte. Genervt musste ich die Hängematte aufhängen und was zu essen kochen. Danach war alles wieder gut. Essen hilft. Immer.

Es wurden dann wieder 27km heute allerdings 551m bergauf und 385m bergab.